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Gemeinsam in die Fluten stürzen

Nord-West-Zeitung vom 06.02.2015

Gemeinsam in die Fluten stürzen.

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind in der Schwimmsparte des LTV aktiv.

Man will den Kindern die Angst vor dem Wasser nehmen. Abzeichen bringen den nötigen Ansporn im Becken.

Mit Spaß dabei: Die Kinder beim LemwerDer TV lernen spielend das Schwimmen.

nwz06022015

Bild: Verein

Lemwerder. Beim LemwerDer TV werfen sich jährlich 80 bis 90 Kinder und Jugendliche in die Fluten und sind in der Schwimmsparte aktiv. Sie trotzen damit einem bundesweiten Trend: Die aktuelle Studie der Kindergesundheit hat herausgefunden, dass jeder sechste Grundschüler zwischen sieben und zehn Jahren nicht schwimmen kann. In Lemwerder spürt man von diesem Trend nichts. „In den vergangenen beiden Jahren konnten wir fast 50 Jugendliche mehr im Verein integrieren. Daran haben vor allem Spartenleiterin Wiebke Naujoks und das neue Konzept einen Bärenanteil“, freut sich der zweite Vorsitzende des LTV, Jürgen Stolle.

Schon im Alter von vier Monaten können die ersten Wasserratten mit ihren Eltern Kurse beim LTV belegen. „Wer schon im Kleinkindalter positive Erfahrungen mit dem Wasser macht, Spaß dabei hat und eine sichere Wasserlage erlernt, hört auch nicht so schnell wieder damit auf“, weiß Naujoks zu berichten: „Kinder, die nicht geschult sind, gehen unter wie ein Stein. Wir zeigen ihnen, dass sie mit einfachen Bewegungen nicht mehr unter gehen.“

Erfolg mit neuem System

Seit zwei Jahren ist der LemwerDer TV auf das Schweizer System umgestiegen – mit Erfolg. Statt Brustschwimmübungen stehen gleiten und tauchen in den ersten Kursen im Vordergrund. So solle eine höhere Wassersicherheit unter den Kindern erreicht werden, erklärt Naujoks.

Zusätzlich können die Nachwuchsschwimmer zum Seepferdchen, Bronze-, Silber- und Goldabzeichen auch den sogenannten LTV-Wurm erwerben. Dabei werden verschiedene Schwimmfertigkeiten geschult. Für jede bestandene Prüfung wächst der Wurm um eine Perle an – das schafft Motivation, auch langfristig. 80 bis 90 Prozent der Kinder, die beim LTV ihr Seepferdchen ablegen, bleiben in der Schwimmsparte aktiv, schätzt Stolle.

Regelmäßig schließen sich auch neue Nachwuchsschimmer der Wettkampfgruppe an. „Wir freuen uns auch über einen achten Platz der Kinder. Die eigene Entwicklung ist wichtiger als erste Plätze“, erklärt Naujoks.

Naujoks zählt auf Eltern

Dass der Trend mit immer weniger Anmeldungen beim Schwimmunterricht bald auch den LTV erreiche, glaubt die Spartenleiterin jedoch nicht. Es gelte auch die Eltern für das Thema Schwimmunterricht zu sensibilisieren: „Viele Eltern sehen heute die Notwendigkeit nicht mehr. Dabei kann schon eine kleine Rangelei am Badesee bei Kindern ohne Schwimmerfahrung gefährlich werden.“

Zusätzlich werde es schwieriger, Kinder, deren Eltern schon keine positiven Erfahrungen mit Wasser gemacht haben, für das Schwimmen zu gewinnen. „Immer wieder kommt es vor, dass Kinder schon Angst vor dem Wasser aus der Dusche haben, das haben wir alles schon erlebt“, sagt Naujoks. Zudem werde es schwieriger, die Qualität im Schwimmunterricht hochzuhalten, da vielerorts Schwimmbäder schließen oder ehrenamtliche Trainer nicht mehr gefunden werden können.